Zwischen Orang-Utans, Regenwald und einer gelungenen Realsatire

Orang-Utans und Regenwald stehen im Mittelpunkt dieser Folge von „Weltgewandt – mit Olaf Wirths“. Unsere Reise führt uns in den Osten Sabahs – zu Elefanten und Nasenaffen, in die Geschichte Sandakans und mit einer alten Eisenbahn tief hinein in den Alltag Borneos.

Nach den kühlen Nebelwäldern am Mount Kinabalu verändert sich die Landschaft. Es wird wärmer, feuchter und tropischer. In Sepilok begegnen wir Orang-Utans zunächst im bekannten Rehabilitationszentrum. Doch in uns wächst der Wunsch, diese Tiere noch einmal anders zu erleben: ohne Fütterungsplattform, ohne festen Zeitpunkt und ohne Garantie.

Am Kinabatangan erfüllt er sich. Vom Boot aus beobachten wir Nasenaffen, Makaken, Silberlanguren und Nashornvögel. Hoch oben im Blätterdach entdecken wir frei lebende Orang-Utans, wenig später eine Elefantenherde am Fluss. Nachts verwandelt sich der Regenwald in eine fast schwarze Wand aus Geräuschen. Unser Guide erkennt darin Koboldmakis, Eisvögel, Krokodile und eine Schlange, die wir erst bemerken, als wir ihr bereits erstaunlich nahe gekommen sind.

In Sandakan begegnen wir anschließend einer anderen Seite Sabahs. Die einstige Hauptstadt Britisch-Nordborneos war Ausgangspunkt der Sandakan Death Marches, bei denen während der japanischen Besatzung mehr als zweitausend australische und britische Kriegsgefangene starben. Naturerlebnisse und schwere Geschichte liegen auf Reisen manchmal näher beieinander, als man erwartet.

Danach folgt Kawa Kawa – ein perfekt durchorganisierter Nachmittag zwischen Reisegruppen, Tanzvorführung, Blasrohr, Buffet und Feuershow. Eine herrlich choreografierte Realsatire des Reisens, die schließlich doch noch in einem stillen Naturerlebnis endet: Tausende Glühwürmchen lassen ganze Mangrovenbäume gleichzeitig aufleuchten.

Von Beaufort fahren wir mit einer alten Bahn am Padas River entlang nach Tenom. Offene Fenster, Kartons, Einkäufe und Schüler im Zug erzählen vom Alltag einer Strecke, die für die Menschen vor Ort noch immer eine wichtige Verbindung ist. In Tenom wird es ruhiger. Drei Tage zwischen Regenwald, Bach und natürlichem Badebecken schenken uns etwas, das auf einer langen Reise ebenso wichtig wird wie jedes Abenteuer: Zeit.

Den Abschluss bildet Labuan. Die kleine Duty-free-Insel wird für uns aus einem ganz anderen Grund unvergesslich: Unser Sohn feiert dort seinen fünften Geburtstag am Meer.

Originalaufnahmen aus dem Regenwald, vom Kinabatangan und aus der alten Bahn lassen diese Folge besonders unmittelbar werden. Sie erzählt von großen Tierbegegnungen, kleinen Familienmomenten, Geschichte, Überraschungen und der Erkenntnis, dass die stärksten Reiseerlebnisse häufig gerade jene sind, die sich nicht planen lassen.

Danach verlassen wir Borneo. Vor uns liegt Java – und ein Wiedersehen, auf das wir uns ganz besonders freuen.

Ich wünsche euch viel Freude beim Zuhören. Die neue Folge findet ihr auf allen bekannten Podcast-Plattformen und hier auf meiner Webseite.