Immer das Meer im Blick auf Mallorca

Nicht ohne Grund ist Mallorca eines der beliebtesten Reiseziele Europas. Nur 170 Kilometer vom spanischen Festland entfernt vereint die größte Insel der Balearen fast alles, was den Mittelmeerraum so besonders macht: ganzjährig milde Temperaturen, eine erstaunlich abwechslungsreiche Landschaft und dieses unverwechselbare Licht, das Meer, Himmel und Erde miteinander verbindet.

Traumhafte Strände und versteckte Buchten wechseln sich ab mit schroffen Klippen über türkisblauem Wasser. Im Inselinneren öffnen sich weite Ebenen mit Orangen-, Mandel- und Olivenhainen, während sich in den bewaldeten Höhen der Serra de Tramuntana mystische Pfade und alte Verbindungen zwischen Dörfern finden. Mallorca ist weit mehr als ein Badeziel – es ist eine Insel der Kontraste und Übergänge.

Diese Vielfalt ist tief in der Geschichte verwurzelt. Bereits vor über 4.000 Jahren war Mallorca besiedelt. In der Antike waren die Bewohner der Balearen als Els Foners Balears bekannt – gefürchtete Steinschleuderer, die als Söldner im gesamten Mittelmeerraum kämpften. Nach Karthagern und Römern, die Infrastruktur, Landwirtschaft und Olivenanbau prägten, folgten Vandalen und Byzantiner. Mit der maurischen Eroberung ab dem Jahr 902 begann eine kulturelle Blütezeit, deren Erbe bis heute sichtbar ist: Bewässerungssysteme, Terrassenfelder und der Anbau von Mandeln, Aprikosen und Zitrusfrüchten gehen auf diese Epoche zurück.

Seit der Rückeroberung im Jahr 1229 wird auf Mallorca bis heute das Fest der Fahnen gefeiert – ein stilles, aber bedeutendes Zeichen der Erinnerung. All diese kulturellen Schichten haben die Mentalität der Inselbewohner geprägt. Mallorquiner gelten als offen, herzlich und bodenständig – stolz auf ihre Geschichte, ohne in ihr stehenzubleiben.

Wer Mallorca wirklich erleben möchte, tut gut daran, sich langsam zu bewegen. Zu Fuß, entlang alter Wege, mit Zeit für Begegnungen. Besonders eindrucksvoll ist eine Route, die die unterschiedlichsten Landschaftsräume miteinander verbindet: die fjordähnliche Küste der Cala Pi, die wilde Ostküste, das urbane Palma mit seiner quirligen Altstadt, maurische Terrassengärten direkt über dem Meer, versteckte Buchten in der Tramuntana, die duftenden Orangenhaine von Sóller und ein Abstecher zur kleinen Nachbarinsel Sa Dragonera.

Was all diese Etappen verbindet, ist der stetige Blick aufs Meer. Mal weit und offen, mal tief unten zwischen Felsen, mal ruhig glitzernd am Horizont. Das Meer ist ständiger Begleiter – Orientierungspunkt, Ruhepol, Konstante.

Den Tagesausklang bilden Orte, an denen man verweilt: kleine Terrassen über dem Wasser, einfache Restaurants mit fangfrischem Fisch, iberische Köstlichkeiten und ein Glas Wein, während die Sonne langsam im Mittelmeer versinkt. Es sind diese stillen Momente, in denen Mallorca seine größte Stärke zeigt.

Mallorca ist keine Insel für Eile.
Sondern eine Einladung, das Gehen dem Ankommen gleichzusetzen –
immer mit dem Meer im Blick.