Die letzten Wochen vor dem großen Aufbruch

Übergänge spüren, Vorfreude atmen

Manchmal beginnt eine Reise nicht erst an einem Flughafen, manchmal reicht schon ein Bahnhof, ein stilles Flussufer oder ein Sonnenstrahl auf dem Küchentisch. Sie beginnt im Kopf, im Herzen, in den leisen Momenten, in denen wir ahnen: Bald wird sich alles verändern.

Für uns ist der 1. April 2026 nicht nur ein Datum. Es ist der Tag, an dem wir als Familie unsere einjährige Weltreise antreten werden. Und doch liegt zwischen jetzt und diesem Schritt ein feiner, schwebender Übergang – ein Zwischenraum voller Spannung, Vorfreude und Erinnerungen an all das, was wir zurücklassen.

Während meine Frau sich im März auf ihre Facharztprüfung vorbereitet – ein Meilenstein voller Disziplin und Konzentration – werde ich noch einmal als Reisescout und Kulturreferent unterwegs sein. Meine letzte Tour in diesem Jahr führt mich nach Sri Lanka, auf eine Insel, die wie ein kleines Universum zwischen Bergen, Teeplantagen und Stränden schimmert.


Auf der Insel der Vielfalt

Achtzehn Tage werde ich mit einer Gruppe unterwegs sein – durch Landschaften, die so kontrastreich sind wie die Insel selbst:

Vom Hochland bei Nuwara Eliya, wo grüne Teeplantagen wie smaragdgrüne Teppiche die Hügel schmücken, bis zu den weiten Stränden im Süden, die von Palmen gesäumt in die Ferne träumen. Von den ehrwürdigen Tempeln in Kandy, wo Räucherstäbchen den Morgennebel durchziehen, bis zu den rotgolden leuchtenden Felsen von Sigiriya, die Geschichten alter Könige erzählen.

Sri Lanka ist eine Insel der Extreme: tropische Hitze trifft auf kühlen Bergnebel, stille Klosterhöfe auf bunte, lebhafte Märkte, der Duft von Zimt und Nelken weht in der Luft, während das Rauschen des Indischen Ozeans wie ein ferner Herzschlag klingt. Jede Begegnung, jeder Schritt, jede Aussicht wird zu einem Moment, der sich tief ins Gedächtnis brennt.

Für mich ist diese Reise mehr als eine Gruppenreise. Sie ist ein bewusster Übergang: ein sanftes Ausklingen meiner Tätigkeit als Reisescout, ein letzter Blick durch die Augen eines Begleiters, bevor ich selbst aufbreche – mit meiner Familie – in ein Leben voller Freiheit, Abenteuer und ungezählter kleiner Entdeckungen.


Noch einmal als Reisescout, bald als Weltreisender

Noch einmal die Rolle übernehmen: organisieren, erzählen, verbinden. Noch einmal Menschen durch ein Land führen, Perspektiven öffnen, Kultur und Natur lebendig machen.

Es ist ein kostbares Gefühl, den Moment zu teilen, wenn eine Gruppe staunend vor einer Tempelanlage steht oder den Duft der Teeplantagen aufnimmt. Und doch spüre ich, wie sich alles verschiebt: Bald werde ich nicht mehr führen – sondern folgen, gemeinsam mit meiner Familie, ohne festen Rahmen, ohne Rückflugdatum, nur mit Rucksack, Neugier und Offenheit.

Diese Sri-Lanka-Tour ist das sanfte Ende eines Kapitels – und zugleich der erste Akkord eines neuen.


Zwischen Prüfungsunterlagen und Packliste

Zuhause laufen die letzten Vorbereitungen parallel: Lernunterlagen, Reiseführer, Packliste – alles auf einem Tisch ausgebreitet. Prüfung und Reise teilen sich denselben Raum, denselben Atem, denselben Herzschlag.

Unsere Weltreise ist noch nicht Realität – und doch längst spürbar. In Gesprächen, in ersten Routenideen, in dem Blick, den wir uns zuwerfen, wenn wir wissen: Bald verändert sich alles.

Es sind kleine Abschiede, die sich einschleichen. Gewohnheiten, Orte, Routinen. Und gleichzeitig wächst die Vorfreude auf das Unbekannte, auf das Entdecken, Staunen und auf das Leben unterwegs.


Ein bewusster Übergang

Vielleicht braucht es genau solche Zwischenräume. Keine harten Schnitte, sondern weiche Übergänge.

Sri Lanka wird für mich genau das sein: ein letztes bewusstes Eintauchen ins Unterwegssein, ein Moment des Innehaltens zwischen zwei Lebensabschnitten, ein stilles Feiern des Vergangenen und ein vorsichtiges Spüren dessen, was kommt.

Wenn ich Mitte März zurückkehre, ist der Countdown zur Weltreise greifbar. Und am 1. April 2026 beginnt unser großes Abenteuer.

Doch vielleicht – ganz ehrlich – beginnt es schon jetzt. Im Gedanke, im Herzschlag, im ersten Atemzug des Aufbruchs.