Stadt, Land, Fluss mit Biergenuss – Bierwandern im Rheinland
Zwischen Sieg, Rhein, Westerwald und Bergischem Land
Das Rheinland hat – wie der Rhein selbst – immer zwei Seiten:
linksrheinisch vs. rechtsrheinisch, Stadt vs. Land, Kölsch vs. „verbotenes“ Alt, leichte Lebensart vs. ernste Geschichte.
Diese Reise bringt all das zusammen: Köln, Siegburg, Bonn, Sieg- und Rheintal, Westerwald und Bergisches Land – verbunden durch abwechslungsreiche Wanderungen und regionale Bierkultur.
Basislager im Siegtal – Mauel & Burgruine Windeck
Unser Einstieg ins Rheinland liegt malerisch in einer Siegschleife: Mauel, im sogenannten Windecker Ländchen.
-
Unterkunft: Brauereigasthof Willmeroth
-
Hausbier: Maueler Hofbräu, frisch aus der eigenen Brauerei
-
Blick: direkt hinüber zur über 1.000 Jahre alten Burgruine Windeck
Fachwerkhäuser, Wälder, Hügel, Burgen – „Mehr Siegtal geht nicht“, wir können zustimmen.
Tag 1 – Kloster Marienthal, Marienwanderweg & Abtei Marienstatt
Nach einem kräftigen Frühstück fahren wir ein kurzes Stück mit der Bahn zur einsamen Waldhaltestelle Kloster Marienthal. Ein Pfad führt zum ehemaligen Franziskanerkloster – heute ein Ort, an dem Kulinarik, Kräuterwissen und Geschichte aufeinandertreffen.
-
Empfang durch Uwe Steiniger, Küchenmeister und Kräuterexperte
-
kleiner Snack und Einblick in die Welt des Gruitbieres (Bier mit Kräutern statt Hopfen)
Dann geht es auf den historischen Marienwanderweg, der seit Jahrhunderten Pilger in den Westerwald führt:
-
durch Wälder, vorbei an kleinen Dörfern
-
über Wiesen- und Feldwege
-
entlang des Flüsschens Nister mit schönen Rastplätzen und Aussichtspunkten
Ziel ist die Abtei Marienstatt – Pilgerstätte mit imposanter Abteikirche, Klosteranlage und eigener Brauerei.
-
im Krug: ein kräftiges, dunkles, untergäriges Landbier – perfekter Abschluss der Etappe
-
wer möchte, wirft einen Blick auf die 10-hl-Anlage
-
nach einem deftigen Essen bringt uns der Bus zurück nach Mauel
Tag 2 – Baumwipfelpfad, Waldmythen & Vierbucher Mühle
Heute starten wir gemütlicher:
Busfahrt zum Naturerlebnispark Panarbora im Bergischen Land.
-
Spaziergang auf dem längsten Baumwipfelpfad Deutschlands
-
Infos zu Wald, Ökosystem und Bewohnern
-
Aufstieg auf den hölzernen Aussichtsturm – bei klarer Sicht soll man den Kölner Dom erkennen können
Anschließend geht es auf den Waldmythenweg, einen Themenweg des Bergischen Panoramaweges, der später auf Siegsteig und Westerwaldsteig trifft:
-
Waldwege, kleine Pfade, Dörfer, Täler
-
Ziel: das Tal der Vierbucher Mühle
Rund um das Ausflugslokal Haus am Mühlenberg:
-
Biergarten in idyllischer Lage
-
verschiedene Biere, herzliche Gastgeber (Familie Kapp)
-
ein Ort, an dem man eigentlich länger bleiben möchte
Am Abend wartet ein besonderer Abschluss:
Im Biergarten Elmores direkt am Siegwasserfall genießen wir unseren Absacker – Wasser, Felsen, Grün, Bier. Rheinisches Kopfkino inklusive.
Tag 3 – Siegsteig, Siegburger Brauhaus & Bonn
Nach drei Nächten im Windecker Ländchen ziehen wir weiter nach Bonn. Das Gepäck reist separat, wir gehen zu Fuß.
Start ist die Burgruine Windeck:
-
eindrucksvolle Anlage, spannender Einblick in die wechselvolle Geschichte
-
danach geht es auf den Siegsteig – einer der schönsten Etappenabschnitte
Highlights unterwegs:
-
Wald- und Wiesenwege, lichter Eichenwald
-
Querung der Sieg, kurze Rast im Ort Dreisel – hier machen Kanuten Lust auf eine künftige Tour auf dem Fluss
-
weiter flussaufwärts, teils aussichtsreich, teils abenteuerlich knapp über der Sieg
-
Abstecher zum Siegdom in Dattenfeld möglich
-
vorbei an den Siegauen bei Hoppengarten – der Name deutet auf historischen Hopfenanbau hin
Ziel ist der Bahnhof Herchen, von wo wir im 30-Minuten-Takt mit der Bahn nach Siegburg fahren.
In Siegburg:
-
Blick auf die Benediktinerabtei St. Michael auf dem Michaelsberg
-
Besuch im Siegburger Brauhaus
-
„Siegburger“ – bernsteinfarben, naturtrüb
-
„Michel“ – schlank, obergärig
-
„Anno zwanzigsiebzehn“ – untergäriges Märzen
-
plus saisonale Biere wie ein Erntebier mit vier Malzsorten und zwei Hefestämmen
-
Nach dieser bierig-kulinarischen Verschnaufpause bringt uns die S-Bahn nach Bonn, wo wir unser Hotel beziehen und den Abend nach Wunsch ruhig oder lebendig gestalten.
Tipp für den späteren Abend: die Craftquelle in der Bonner Altstadt – über 250 Biersorten, Treffpunkt für Craft-Fans.
Tag 4 – Rheinsteig, Siebengebirge & Brauhausgeschichten in Bonn
Gestern Siegsteig, heute Rheinsteig:
Vater Rhein als Bühne europäischer Geschichte – von Kelten, Römern und Hohenzollern bis hin zu Flößern, Soldaten, Musikern und Händlern.
Nach kurzer Bahnfahrt starten wir unsere Etappe in Bad Honnef:
-
Aufstieg durchs Siebengebirge Richtung Drachenfels
-
erster Stopp: Löwenburger Hof – nur zu Fuß oder per Rad erreichbar, mitten im Naturschutzgebiet
-
regionale Spezialitäten
-
ruhige Lage, ideal zur Stärkung
-
Weiter geht es auf den sagenumwobenen Drachenfels:
-
seit der Romantik ein Sehnsuchtsberg
-
Aussicht weit über das Rheintal – der Blick entschädigt für die Höhenmeter
Hinab fahren wir bequem mit der Drachenfelsbahn. Zurück in Bonn bleibt Zeit:
-
für eine kleine Stadtführung
-
einen Besuch in Bonner Brauhäusern
-
und am Abend ein rheinisches Essen mit Hausbier, z. B. in der Brauerei Machold
Hier erfahren wir kurzweilige Geschichten über Bonn, seine Bürger und seine Biere – gerne mit rheinischem Humor.
Tag 5 – Köln: Kölsch, Köbes und Kölschkultur
Zum Abschluss geht es in die älteste Metropole am Rhein: Köln.
Mit der Bahn sind wir in unter 30 Minuten dort.
Schon beim Ausstieg dominiert der Kölner Dom – gotische Kathedrale und Wahrzeichen, an der „offiziell“ seit 1880 nicht mehr gebaut wird, inoffiziell aber wohl noch lange, damit das Sprichwort „Wenn der Dom fertig wird, geht die Welt unter“ nicht getestet wird.
Und heute ist alles anders:
Wir wandern nicht erst, wir kehren sofort ein. Nur wenige Schritte vom Bahnhof entfernt sitzen wir im Gaffel am Dom.
-
die blau gewandeten Kellner heißen Köbes
-
leicht rauer Charme, spitze Sprüche, aber mit Herz
-
auf ein Radler folgt die trockene Antwort:
„Mir sin doch he kene Cocktail Bar.“
Beim Brauhaus-Hopping quer durch die Altstadt lernen wir:
-
warum nur in Köln das Bier Kölsch heißen darf
-
wieso die Gläser so klein sind
-
was Karneval, Kölsch und Lokalstolz miteinander zu tun haben
-
woher der Name „Köbes“ stammt
Wir probieren verschiedene Kölsch-Biere:
-
Päffgen, Schreckenskammer, Peters, Sion, Früh, Sion, Sünner
-
und das berühmte Mühlenkölsch
In der Mühlenbrauerei war einst US-Präsident Bill Clinton zu Gast – überliefert ist der Satz:
„Ich bin ein Kölsch.“
Typisch rheinische Speisen gehören dazu:
-
Rheinischer Sauerbraten (im Original aus Pferdefleisch)
-
Halver Hahn (Brötchen mit Käse, kein Hähnchen)
-
Himmel un Ääd und anderes Brauhausklassiker
Ein heimlicher Höhepunkt:
In einer Kneipe trinken wir ein Altbier aus der „verbotenen Stadt“ – Düsseldorf. Leise, unauffällig, ohne Fahnen, aber mit viel Genuss.
Zum Abschluss besuchen wir noch die Craftbeerbar – Treffpunkt von Bierhistorikern, Hobbybrauern und Craft-Fans. Eine kleine, feine Verkostung fordert unser sensorisches Gedächtnis noch einmal heraus.
Fröhlich, müde und gut „durchverkostet“ geht es zurück nach Bonn.
Fazit – Stadt, Land, Fluss mit Biergenuss
Diese Reise zeigt das Rheinland von all seinen Seiten:
-
Natur: Siegschleife, Westerwald, Bergisches Land, Siebengebirge, Rheinsteig
-
Städte: Siegburg, Bonn, Köln – jede mit eigener Bier- und Wirtshauskultur
-
Bier: Hausbiere, Klosterbiere, Kölsch, Spezialitäten, Craftbier
-
Geschichten: von Pilgern, Köbessen, Braumeistern, Karnevalisten und Rheinromantik
„Stadt, Land, Fluss mit Biergenuss“ ist mehr als eine Bierwanderreise.
Es ist eine Einladung, das Rheinland zu erwandern, zu erschmecken – und mit jedem Glas ein Stück Kulturgeschichte mitzunehmen.